9 Mrz
In manchen Seitengassen, vor allem in Universitätsstädten, findet man noch die Handwerker, die ein geschriebenes Werk mit ihren Händen veredeln. Bücher binden war früher, als Bücher noch sehr wertvoll waren, ein hoch angesehener wie gut bezahlter Beruf. Die Unterhaltungsliteratur wie auch sonstige Informationsliteratur wird heute oft über preiswerte Verfahren gebunden. Seit RORORO und Reclam sind die billigen Bindungen verkehrsfähig geworden. Es gibt aber noch weit größere Anwendungen für das manuelle Bücher Binden. Hier kann sich dann der Handwerker richtig beweisen. Das gilt zum einen für den Zeitschriften Einband. Gerade wissenschaftliche Periodika werden im Monats- oder Quartalsrhythmus verschickt. Die Jahrgänge müssen dann am Ende des Kalenderjahres in Form von dicken Kladden gebunden werden. Die Aufgabe des Buchbinders besteht dann darin, die Zeitschriften so aufzubereiten, dass sie strapazierfähig werden. Studenten und auch Dozenten sollen in den Heften lesen und studieren können und das viele Jahre hintereinander. Bei Zeitschriften handelt es sich schließlich um Primärliteratur, um die man sich einige Jahre kümmern muss. Die zweite große Aufgabe, bei der Bücher binden wichtig ist, ist die Erstellung von Diplom- und Doktorarbeiten. Hierbei kommt es auch auf die Haltbarkeit an: Doktorarbeiten sollen nun einmal erweiterte Primärliteratur für kommende Semester darstellen. Es kommt aber auch auf die äußere Gestaltung an; mit einer solchen Arbeit hat man schließlich einen Teil seines Lebens verbracht. Eine solche Arbeit stellt das Gesellenstück oder aber das Meisterstück einer jungen Karriere dar. Man sollte diese Arbeit deswegen auch würdigen. Der Buchbinder kann einem hierbei helfen. Es ist ferner recht interessant, dem Buchbinder bei seiner Arbeit zuzuschauen. Man kann dann als Laie an einigen Stellen in den Werdeprozess der Arbeit gestaltend mit eingreifen. Im Bücher binden wird dann die kreative Arbeit des Schreibens fortgesetzt. Es fängt bei der Wahl der Vorlagenpapiere an und hört bei der Art der Bindung auf. Man kann hier beim Buchbinder erfahren, ob es eine einfache Heißbindung oder eine aufwendige Leimbindung eventuell sogar in Leder ist. Die Bindung entscheidet auch über die Lesbarkeit des Werkes. Bei einer einfachen Heißbindung kann es schon einmal passieren, dass man einzelne Seiten in den Händen hält. Eine korrekte Fadenbindung hält ein Leben lang. Das unterstreicht dann auch den Wert des Werkes.
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